Küste von El Salvador

El Salvador:
7 Gründe, warum Du unbedingt ins kleinste Land Mittelamerikas reisen solltest

Hand aufs Herz, hast Du schon einmal von dem Land El Salvador gehört? Und wenn ja, war das etwas Positives? Das kleinste Land in Mittelamerika – das in etwa so groß ist wie unser Bundesland Hessen – hat nicht gerade den besten Ruf. Viele Medien berichten vom „weltweit gefährlichsten Land außerhalb von Kriegsgebieten“. Da klingt ein Urlaub in El Salvador nicht gerade verlockend, oder?

Ich war ehrlich gesagt sehr vom negativen Ruf El Salvadors abgeschreckt und hatte es nicht auf meiner Reiseroute durch Mittelamerika mit eingeplant. In diesem Fall bin ich jedoch mehr als froh, als meine Pläne durchkreuzt wurden und ich von heute auf morgen Nicaragua im Mai 2018 verlassen musste. Einzig auf Empfehlung eines Backpacker-Pärchens machte ich mich auf ins Abenteuer und stieg in den Nachtbus nach El Salvador. Ich hatte absolut keinen Plan, was mich dort erwarten würde.

Spoiler: El Salvador war für mich die größte positive Überraschung auf meiner Reise durch Mittelamerika!

Wasserfall in El Salvador

Deswegen kommen hier die 7 Gründe, warum sich meiner Erfahrung nach ein Urlaub in El Salvador wirklich, wirklich lohnt!

1. Kleines Land, große Vielfalt

El Salvador ist gerade mal so groß wie Hessen – die „Größe“ des Landes zeichnet sich durch seine enorme Vielfalt aus: paradiesische Strände an der 300 km langen Pazifikküste, Regenwälder mit Wasserfällen, Kaffeeplantagen, (aktive) Vulkane, tiefblaue Vulkanseen, Kolonialstädte, Maya-Stätten… das alles wartet innerhalb weniger Kilometer darauf, entdeckt zu werden.

Das Wetter ist tropisch-warm und die Wassertemperatur mit ca. 30 Grad ähnelt einer Badewanne. Es gibt gute Wellen zum Surfen und wunderschöne Sonnenuntergänge. Dass das Land so klein ist, kann auch als Pluspunkt gesehen werden: Man kommt schnell von A nach B und muss keine ewigen Strecken in Transportmitteln zurücklegen. Du kannst also morgens einen Vulkan erklimmen und dich nachmittags am Strand davon erholen.

Sonnenuntergang in El Salvador

 

2. Der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen

Im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern ist El Salvador – bis auf das Surfer-Paradies El Tunco – noch sehr untouristisch. Ich nehme an, dass viele Reisende großen Respekt vor dem Land haben und es deshalb auf ihrer Route durch Mittelamerika auslassen und direkt von Guatemala nach Nicaragua bzw. andersherum reisen.

Das heißt im Umkehrschluss: Du hast in deinem Urlaub kilometerlange dunkle und helle Sandstrände für dich. Und für die Salvadorianer:innen bist Du als ausländisch aussehender Reisender „eine Rarität“ und deswegen sehr interessant für sie.

Strand in El Salvador
Einsame, wunderschöne Strände erwarten dich im El Salvador Urlaub

 

3. El Salvador ist vergleichsweise günstig

Gerade weil der Tourismus in El Salvador noch in den Kinderschuhen steckt, ist das Land vergleichsweise günstig. Die Währung ist der US-Dollar, was die Umrechnung einfach macht.

Ein klassisches Frühstück in El Salvador
Ein typisches Frühstück: Cafecito, Papaya, Ei, Brot mit Avocado, Käse und Kochbanane

Für ein Bett im Hostel habe ich nie mehr als 10$ gezahlt. Für ein Frühstück 2-3$, und für leckere Pupusas – das Nationalgericht El Salvadors – auch nur ein paar Dollar.

Frisch gepflückte Avocados
Avocado heaven!

Manchmal war das Frühstück sogar ganz umsonst, denn in El Salvador wachsen z.B. Mangos und Avocados einfach am Straßenrand und fallen von den Bäumen. Der wahnsinnig intensive Geschmack ist natürlich nicht mit dem Obst aus unseren Supermärkten zu vergleichen. Die Busticket-Preise hängen natürlich von der Strecke ab, aber da die Wege sehr kurz sind, waren auch diese äußerst günstig. Außerdem hat niemand versucht, mir „Gringa-Preise“ aufzudrücken (jedenfalls nicht, dass ich es gemerkt hätte). Definitiv ein weiterer großer Pluspunkt!

4. Extrem gastfreundliche & hilfsbereite Einheimische

Generell sind die Latin@s wirklich herzliche und gastfreundliche Menschen. Aber was ich in El Salvador in gerade mal 2 Wochen erlebt habe, übertrifft ehrlich gesagt alles.

Ich habe mich dort immer sehr wohl und willkommen gefühlt. Es war extrem einfach, mit den Locals ins Gespräch zu kommen und sie waren sehr neugierig, mehr von mir und meiner Reisegeschichte zu erfahren. Bei Fragen nach dem Weg waren alle super hilfsbereit und begleiteten mich ein paar Straßen und halfen mir beim Planen meiner Reiseroute. Ich wurde sogar einmal umsonst mit dem Taxi zur nächsten Bushaltestelle mitgenommen – das würde mir in Deutschland sicherlich nie passieren.

In Santa Tecla lernte ich auf der Straße einen Englischlehrer kennen. Er lud mich ein, mit seinen Schüler:innen ein bisschen auf Englisch über mich und Deutschland zu erzählen. Die Jugendlichen waren sehr aufgeschlossen und neugierig und freuten sich über den Austausch. Das ein oder andere Foto für Instagram durfte natürlich nicht fehlen. Dafür wurde ich vom Lehrer zum Essen eingeladen und er zeigte mir die Stadt.

Schüler:innen in El Salvador
Ein Foto mit den Englisch-Schüler:innen in Santa Tecla, El Salvador

Als ich einmal ziemlich verloren auf der Suche nach der Free Walking Tour durch die Hauptstadt San Salvador irrte, boten mir mehrere Einheimische ihre Handys an. Somit konnte ich die Agentur anrufen und letztendlich auch die Gruppe finden.

Ein Moment fürs Herz: In San Salvador saß ich alleine an einem großen Platz, als sich ein paar ältere Herren mit Gitarren neben mich setzten und anfingen, zu spielen und zu singen und mich dabei angrinsten! 🙂

 

5. Sehr übersichtliches Bussystem

Das Umherreisen in El Salvador war recht einfach dank des sehr übersichtlichen und gut ausgestatteten Bussystems. Ich bin ausschließlich mit den lokalen Bussen, den Chicken Busses, unterwegs gewesen und hatte nie Probleme. Ich war wirklich erstaunt, wie gut alles organisiert war. An allen Bussen waren die Buslinie und auch der Preis für die Fahrt ausgeschrieben. Meist habe ich dem Busfahrer beim Einstieg erklärt, wo genau ich aussteigen möchte und dieser hat mir dann kurz vorher Bescheid gesagt.

➡ Zwei sehr hilfreiche Webseiten für das Umherreisen mit Bussen sind centrocoasting und thebusschedule.

 

6. Eat, Sleep, Surf, Repeat.

Die unzähligen Strände an der Pazifikküste haben tolle Wellen, die viele internationale Surfer:innen in das Land locken. Die meisten Surfspots sind Point Breaks (z.B. Punta Roca & Las Flores). Es gibt aber auch Beachbreaks (z.B. El Zonte), die für jedes Surflevel geeignet sind. Das Örtchen El Tunco, ca. 40km von San Salvador entfernt, ist einer der Hotspots für alle, die sich nach Meer, Strand, Party, Spaß und Surfen sehnen. Für mich waren die Wellen dort zugegebenermaßen aber zu herausfordernd.

 

7. Coffee Lover?

Last, but not least: Kaffee! In El Salvador gibt es viele Kaffeeplantagen, auf denen Du dein Wissen über das Lieblingsheißgetränk der Deutschen aufpolieren kannst. Durch die lange Tradition hat der Kaffee seinen festen Platz in der salvadorianischen Kultur. Der Kaffee-Anbau wird als Kunst angesehen – deshalb achten die Kaffeebauern sehr auf die Qualität. In El Salvador wird übrigens ausschließlich Arabica angebaut und Deutschland ist einer der Hauptabnehmer des Kaffees, der aus El Salvador kommt.

Kaffeeanbau

 

Fazit – Don’t skip El Salvador!

El Salvador hat sich für mich als echter Geheimtipp herausgestellt! Ich bin super froh, dass ich mich „getraut“ habe, alleine nach El Salvador zu reisen und habe mal wieder gemerkt, dass man nicht allen Erzählungen und Vorurteilen Glauben schenken darf.

Natürlich existiert die Bandenkriminalität in El Salvador und der Regierung unter Nayib Bukele werden massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Das lässt sich auf keinen Fall schönreden. Das ist aber auch nichts, mit dem Reisende normalerweise auf ihrer Route durchs Land in Berührung kommen und nichts, weswegen ein ganzes Land so verurteilt werden sollte. Denn die ganz normale Bevölkerung sind einfach wunderbare Menschen, die sich über jedes internationale Gesicht in ihrem Land sehr freuen.

Deswegen machen die hier aufgezählten 7 Gründe El Salvador für mich zu einem extrem lohnenswerten Reiseziel, das man auf seiner Route durch Mittelamerika nicht auslassen sollte. Passenderweise hat sich in den sozialen Medien der Hashtag #dontskipelsalvador (Lass El Salvador nicht aus!) etabliert. Abgesehen von der Schönheit des Landes sind es vor allem die menschlichen Begegnungen, die mich an meine Zeit in El Salvador ausschließlich positiv zurückblicken lassen.

Wie immer gilt jedoch: Mach dir dein eigenes Bild und deine eigenen Erfahrungen.

Warst Du schonmal in El Salvador und kannst meine Erfahrungen bestätigen? Oder packt dich jetzt die Lust, deinen nächsten Urlaub in El Salvador zu machen? Schreib es gern in die Kommentare. 🙂

Aktualisiert am 21. November 2022

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8 Antworten

  1. Liebe Julia,
    El Salvador stand (bisher) noch nicht auf meiner Liste der Länder, die ich unbedingt noch besuchen muss. Aber dein Artikel hat Appetit gemacht. Ich bin in meiner Jugend auch meist allein gereist – allerdings ausschließlich nach Asien. Lange vor Lonely Planet und Internet. Vor Lateinamerika hatte ich Respekt, muss ich gestehen, und habe bisher nur Mexiko besucht. Meine Tochter war auf ihrer Mittelamerikareise vor ein paar Jahren auch sehr angetan von El Salvador. So sollte ich dem Land unbedingt eine Chance geben!
    Teneriffa liebe ich übrigens auch sehr :-).
    Liebe Grüße
    Elke

  2. Hi Julia,
    eine Freundin von mir ist vor ein paar Jahren nach El Salvador gezogen. Ansonsten hatte ich mit dem Land noch keine allzu großen Berührungspunkte. Danke für die Tipps 🙂
    Viele Grüße
    Christina

  3. Liebe Julia,

    das hört sich fantastisch an und El Salvador hat es soeben auf unsere Bucket List geschafft! 🙂

    Während unseres Sabbaticals im letzten Jahr waren wir (aus verschiedenen Gründen) in Mittelamerika nur in Costa Rica unterwegs und haben ohnehin vor nochmal zurückzukehren.

    Viele Grüße,

    Nina

  4. Sehr sehr cool! Ich war mal auf meiner Weltreise 1999 (ja, zu Zeiten von Kolumbus 😉 ) in Guatemala, Belize und Mexiko. Eigentlich wollten wir damals auch nach El Salvador, aber zu dieser Zeit war es noch gefährlicher als Guatemala. Daher haben wir es ausgelassen. Sieht so aus, als müsste ich meinen Mittelamerika-Trip irgendwann fortführen. El Salvador hört sich toll an. Danke für den Tipp. LG, Nadine

  5. Liebe Julia,

    du bringst uns jetzt echt auf eine Idee. Wir sind nämlich noch unschlüssig, wo es bei uns im Februar hingehen könnte, derzeit pendeln wir uns ein wenig auf Kolumbien ein, aber das kann sich alles noch ändern. Auf El Salvador wären wir in der Tat nie gekommen aus genau den Gründen, die du ja selbst nennst: die Kriminalität. Vermutlich aber betrifft dieses Thema wie in anderen lateinamerikanischen Ländern auch dort vornehmlich die größeren Städte. Auf jeden Fall klingt das alles toll, was du da schreibst, auch das problemlose Herumkommen mit den Bussen. Dankeschön für diese Inspiration und viele Grüße von Michael und Gabi

    1. Hallo ihr Lieben, Kolumbien oder El Salvador – ihr könnt auf jeden Fall mit beidem nichts falsch machen 🙂
      Genau, die Bandenkriege etc. spielen sich zum Großteil an Orten ab, an die wir Reisende normalerweise gar nicht kommen. Einfach vorher informieren, welche Orte und welche Viertel man in San Salvador vermeiden sollte, dann macht es auch Spaß, die Hauptstadt zu erkunden.

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